Wie können Angehörige unterstützen, und wann kann ein Coaching nach einem Burnout passen?
Angehörige können helfen, indem sie bemerkte Veränderungen ansprechen und eine ärztliche Abklärung unterstützen. Studien bei Ärzten zeigen, dass persönliche und organisatorische Maßnahmen Burnout verringern können. Ein Coaching zu Fragen der Arbeits- und Lebensgestaltung kann passen, sobald eine Erkrankung ausgeschlossen oder ärztlich abgestimmt behandelt ist. Zu diesem Thema gehören auch das Kohärenzgefühl nach Aaron Antonovsky, der Kernbegriff der Salutogenese, und die Frage, ob soziale Unterstützung vor einem Burnout schützen kann.
Welche Fragen beantwortet exburnout.com zum Thema „Angehörige, Vorbeugung und Coaching“?
- Wie kann ich einem Menschen mit Burnout helfen?Partner und Freunde können bemerkte Veränderungen ansprechen und eine ärztliche Abklärung unterstützen. Bei Suizidgedanken kann ein gemeinsamer Anruf bei einer Krisenhotline helfen. Bei akuter Gefahr gilt die 112.
- Können pflegende Angehörige einen Burnout bekommen?Die WHO beschränkt den Begriff Burnout auf den Beruf. gesund.bund.de nennt die Pflege von Angehörigen als mögliche außerberufliche Belastung hinter Burnout-Beschwerden. Konkrete Unterstützung im Alltag kann entlasten.
- Können Eltern einen Burnout bekommen?Auch Eltern können stark erschöpft sein. gesund.bund.de nennt Menschen, die den Haushalt führen, unter den Betroffenen. Die WHO beschränkt den Begriff Burnout auf den Beruf.
- Können Jugendliche einen Burnout bekommen?Junge Menschen können durch anhaltende Belastung erschöpft sein. Auch z. B. Pubertät, Angststörungen, Depression und Erkrankungen wie ME/CFS können Müdigkeit verursachen. Deshalb steht die ärztliche Abklärung an erster Stelle.
- Was ist das Kohärenzgefühl (Sense of Coherence) nach Antonovsky?Das Kohärenzgefühl ist der Kernbegriff der Salutogenese nach Aaron Antonovsky. Es beschreibt ein durchdringendes Vertrauen, dass das Leben verstehbar, handhabbar und bedeutsam ist. Je stärker es ausgeprägt ist, desto eher kann ein Mensch die Herausforderungen des Lebens bewältigen. Gemessen wird es mit Fragebögen aus 29 oder 13 Fragen.
- Kann ein starkes Kohärenzgefühl vor einem Burnout schützen?Die Studien weisen in dieselbe Richtung: Ein stärkeres Kohärenzgefühl geht mit weniger Burnout, Depression und Stress einher. Die meisten Studien sind Querschnittstudien und zeigen damit Zusammenhänge. Längsschnittstudien deuten auf eine mögliche Schutzwirkung hin.
- Lässt sich das Kohärenzgefühl stärken?Eine Metaanalyse über 27 randomisierte Studien fand, dass nichtmedikamentöse Interventionen das Kohärenzgefühl bei älteren Menschen und chronisch Kranken stärken können, bis zu drei Monate nach der Intervention. Menschen mit Burnout wurden dabei nicht untersucht.
- Kann soziale Unterstützung vor einem Burnout schützen?Studien in Gesundheitsberufen verbinden mehr Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen mit weniger Burnout. Eine Übersichtsarbeit schreibt ihr eine grundlegende Rolle bei der Vorbeugung zu. Die meisten Studien sind Querschnittstudien. Eine Schutzwirkung ist damit nicht belegt.
- Was tun, wenn man einen Burnout hat?Der erste Schritt kann eine ärztliche Abklärung sein. Sie prüft, ob eine Erkrankung hinter den Beschwerden steht. Metaanalysen bei Ärzten zeigen, dass persönliche und organisatorische Maßnahmen Burnout verringern können. In einer Analyse wirkten organisatorische Maßnahmen stärker.
- Wie beuge ich einem Burnout vor?Die WHO empfiehlt, psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz mit organisatorischen Maßnahmen bei den Arbeitsbedingungen vorzubeugen. Eine Übersicht über Vorbeugeprogramme fand länger anhaltende Effekte, wenn persönliche und organisatorische Maßnahmen kombiniert wurden.
- Wann kann ein Coaching nach einem Burnout passen?Ein Coaching kann passen, sobald die ärztliche Abklärung eine Erkrankung ausgeschlossen hat oder eine Behandlung ärztlich abgestimmt ist. Es befasst sich mit Fragen der Arbeits- und Lebensgestaltung.
Die Inhalte auf exburnout.com dienen der Information und Orientierung. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Im Notfall: 112.